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Endlich 800 VoltPolestar 3 gibt es jetzt mit der Leistung eines Supersportlers

29.06.2026, 10:17 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Aschau/Chiemsee
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Optisch hat sich der Polestar 3 nicht verändert. Das neue Grün steht ihm allerdings gut zu Gesicht. (Foto: Polestar)

Polestar konnte den luxuriösen Crossover 3 nicht mehr länger mit 400 Volt Strom zutzeln lassen. Also bekommt der Schwede ab sofort ein 800-Volt-Bordnetz. In diesem Zuge wird aber nicht nur das Laden rasanter, sondern die Fahrleistungen ebenfalls.

Eigentlich ist der Polestar 3 insofern nicht mehr spektakulär, als dass er ja schon eine Weile auf dem Markt erhältlich ist. Aber - jetzt folgt das große Aber: Wer den Konfigurator anwirft und das Crossover einmal näher unter die Lupe nimmt, stellt fest, dass es da um ein ganz schön erwachsenes Auto geht. Mindestens 78.900 Euro sind zu berappen, kein Pappenstiel also.

Okay, jetzt muss man freilich wissen, dass sich eine kritische Masse in diesem Segment aus erträglichen Leasingraten speist respektive mit der Hilfe des Arbeitgebers angeschafft werden kann. Der Polestar 3 ist eben auch ein typischer Dienstwagen. Der Punkt ist jedoch, in dieser Liga, auch und gerade bei Geschäftsfahrzeugen, muss das Laden schnell funktionieren. Und da geht eben nichts über 800 Volt. Genau das bekommt der 4,90-Meter-Line jetzt. Obendrein wird er indes auch noch schneller - und effizienter.

Für ntv.de gab es nun die erste Gelegenheit, die neuen Antriebe fahrerisch unter die Lupe zu nehmen. Ohne Frage die effizienteste Variante ist die bereits angesprochene Basis mit bloß einem Elektromotor an der Hinterachse. Die Leistung steigt von 299 auf 333 PS - dass der Schwede damit schon mehr als souverän unterwegs ist, liegt wohl auf der Hand. Aber dafür müssen die 800-Volt-Basiskäufer einen kleinen Dämpfer hinnehmen: So schrumpfte die Akkukapazität nämlich von 111 auf 92 kWh brutto.

Am Ende reicht es aber noch immer für 603 Kilometer in der gemittelten WLTP-Disziplin; wobei das im realen Fahrbericht freilich ein bisschen anders aussieht. Hier sind 400 Kilometer das realistischere Szenario vor allem bei hohen Autobahnanteilen - damit sollte man jedenfalls planen. Apropos Autobahn. War das Grundmodell früher bereits ab 180 km/h künstlich limitiert, fährt es jetzt immerhin 210 Sachen. Und mit 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Hecktriebler so feurig wie eine gute Autogeneration früher Sportwagen.

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Dieser Polestar ist eine echte Größe mit 4,90 Metern Außenlänge. (Foto: Polestar)

Topmodell mit irrer Leistung

Als richtigen Gamechanger gar muss man allerdings die Ausführung "Performance" bezeichnen. Wer beispielsweise das Sehnsuchtsmodell Polestar 5 als zu teuer oder unvernünftig betrachtet, könnte mit ihm jetzt die Lösung gefunden haben. Die stärkste Ausführung des Crossover bringt eigentlich ziemlich abgedrehte 680 - früher maximal 517 - PS auf die Räder. Am Ende bleibt die Frage, ob es zwingend der "Performance" sein muss. Zwischen dem 544 PS starkem Dual Motor und der Spitze liegen immerhin satte 19.000 Euro. Zwar wird dieser Wert bei der Leasingrate nicht ganz so heftig durchschlagen, aber der Gedanke ist berechtigt.

Nun, für das Mehr an Geld bietet der Performance auch noch die Zweikammer-Luftfederung neben der Extrapower. Damit wächst die Bandbreite zwischen sportlicher und komfortabler Abstimmung. In der Tat fährt sich der Allradler durchaus leichtfüßig, auch in Kurven - jedenfalls im Verhältnis zu zweieinhalb Tonnen Leergewicht. Ein Sportler ist der Polestar 3 nicht wirklich, dafür aber auch nicht mehr so hart abgestimmt wie beispielsweise frühe Polestar 2. Gemeinsam mit den einladenden Recycling-Sesseln scheint der geräumige Multifunktionsexperte ein feiner Langstreckler. Praktisch ist er obendrein mit über 1400 Litern Gepäckraumvolumen.

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Das muss man dem flachen Crossover lassen: Über 1400 Liter Laderaumvolumen gehen für ein Lifestyle-Auto schwer in Ordnung. (Foto: Polestar)

Und wie ist das jetzt mit dem Laden? ntv.de konnte auf der ersten Testrunde zwar noch keine eigene Ladekurve fahren, aber schon bei der Werksangabe ist der Hersteller eher konservativ. Denn 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent bei 350 kW Topladeleistung sind selbst im Falle von 106 kWh Batteriekapazität kein Aufreger mehr. Das geht heute doppelt so schnell. Allerdings kommt man damit in der Praxis schon klar. Womit etliche Kunden indes weniger klarkommen dürften, ist die Tatsache, dass die Assistenzsysteme bei Polestar ein Eigenleben haben. Selbst nach dem Ausschalten sämtlicher Spurhalte-Kontrollmechanismen erlaubt der Polestar dem Fahrer kaum, auf dem Zentralscreen zu hantieren, ohne dem Lenkrad gegebenenfalls einen Stoß zu versetzen in dem Ansinnen, die Spur zu korrigieren.

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Weiterhin skandinavisch-kühl, aber auch ziemlich stylisch präsentiert sich der Polestar-3-Innenraum. (Foto: Polestar)

Sorry, Polestar, das ist nicht Sicherheit, das ist kontraproduktiv und sollte korrigiert werden. Sind alle Einstellungen vorgenommen und spielt man nicht zusätzlich am Smartphone, lässt die Elektronik den Fahrer immerhin in Ruhe. Ach ja, übrigens ist der Allrounder etwas bunter geworden, jedenfalls auf Wunsch. Mit dem neuen grünen Lackton "Krypton" zu 1600 Euro Aufpreis bekennt der Schwede sozusagen Farbe. Jetzt darf der Kunde Farbe bekennen, ob der verbesserte Polestar 3 infrage kommt oder eben nicht. Eine spannende Alternative zum hiesigen Premium-Wettbewerb ist er in jedem Fall. Vor allem mit den Sportler-Fahrleistungen.

Quelle: ntv.de

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